Rückblick 2016

Am 10.11 war es wieder soweit: Im schönen Tagungszentrum der Festung Marienberg in Würzburg trafen sich anlässlich des World Usability Days führende Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft.
Ab 14 Uhr konnten sich die über 150 Teilnehmer mit verschiedenen spannenden Aspekten der Usability auseinandersetzen. Die Themen erstreckten sich von „Intuitiver Benutzung“ über „Autonomes Fahren“ und „Herausforderungen der Mode-Awareness bei Komfort- und Assistenzsystemen“ bis hin zu „Usability als Beitrag zu mehr IT-Sicherheit“. Im Anschluss an die vier Vorträge wurden ab 16:30 Uhr zum ersten Mal zwei Workshops angeboten.
In diesen Workshops hatten Teilnehmer die Möglichkeit, modernste Technologie im Live-Einsatz zu sehen und sie sogar selbst auszuprobieren: Es wurde sowohl der Noldus FaceReader vorgestellt, als auch mehrere EyeTracker. Beide Gerätekategorien können bei Usability Tests eingesetzt werden. Sie sollen Rückschlüsse ermöglichen, wie Nutzer Softwareprodukte empfinden und auf welche Teilbereiche des Userinterfaces die meiste Aufmerksamkeit gerichtet wird. Die Stimmung während der Workshops war sehr positiv und angeregt. Den Teilnehmern machte der Umgang mit den neuen Geräten viel Spaß und wertvolle Erfahrungen konnten gesammelt werden („Man sieht ja, wenn ich nicht aufpasse!“).
Wir danken noch einmal herzlich unseren Sponsoren: Continental, Stadt Würzburg, Netgrade, Universität Würzburg, Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und German UPA!

 

Intuitive Benutzung – aber wie?

Prof. Dr. Jörn Hurtienne
Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie, Universität Würzburg

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Jörn Hurtienne studierte Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte in Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität in Berlin. Er hat langjährige Erfahrung als Berater für Software-Ergonomie und Usability-Engineering sowie als Wissenschaftler im Bereich Gestaltung intuitiver Benutzung. Nach einem Fellowship an der University of Cambridge und einem Forschungsaufenthalt an der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin leitet er seit 2012 den Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie an der Universität Würzburg.

„Wir wollen ein Produkt, das von Nutzern gerne verwendet wird und sie gleichzeitig zufrieden macht“. Klingt einfach, jedoch ist die Umsetzung dieses Wunsches oft schwieriger als gedacht. Damit wir ein gutes Produkt auf den Markt bringen können, müssen wir die Nutzer und ihre Bedürfnisse kennen. Hier kommt „User Research“ ins Spiel, welches essentiell im Produktentwicklungsprozess ist.
Wo Zeit und Ressourcen knapp sind und Zahlen erreicht werden müssen, wird gerne auf User Research verzichtet. Das Argument? “Wir kennen unsere Nutzer schon”. Doch kann man das behaupten, wenn man den Nutzer nicht gefragt hat?
Wer einen hohen Aufwand durch User Research befürchtet, kann beruhigt sein. Es gibt Wege, wie man trotz allem User Research in den Produktentwicklungsprozess integrieren kann. Jedoch muss folgende Regel beachtet werden: Stakeholder sind Verbündete und keine Gegner.

 

Autonomes Fahren: Ein menschzentrierter Blick

Franziska Schätzlein
User Interface Design GmbH

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Franziska Schätzlein ist Senior Interaction Designer bei der User Interface Design GmbH (UID). Sie erstellt schwerpunktmäßig Interaktionskonzepte, unter anderem für Enterprise-Software, medizinische Geräte und Industriemaschinen. Zu ihrem Aufgabengebiet gehören weiterhin die Ausarbeitung von Informationsarchitekturen, User Requirements Engineering sowie Usability Testing.
Ihr Studium des Informationsdesigns an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart schloss Franziska Schätzlein als beste Absolventin des Jahrgangs ab und wurde mit dem Friedrich-Wiedenmann-Preis ausgezeichnet. Berücksichtigt wurde dabei auch Ihre Abschlussarbeit, in der sie umfangreiche User Tests mit Senioren in einer Virtuellen Realität durchführte.
Zusätzlich ist Franziska Schätzlein Mediengestalterin für Digital- und Printmedien. Berufliche Stationen vor ihrem Studium waren der CyPress-Verlag sowie Vogel Business Media.

Autonomes Fahren ist nur eine Frage der Zeit und die Hersteller überbieten sich gegenseitig mit Ihren Prognosen. Je früher man auf den Markt kommt, desto besser. So scheint es.
Dass die Technik hier schon sehr weit fortgeschritten ist, bestreitet kaum jemand. Aber haben wir auch an den Menschen gedacht? Erkenntnisse aus der Mensch-Roboter-Interaktion lassen darauf schließen, dass Autonomie von Technologien nicht nur Faszination, sondern auch Vorbehalte und Befürchtungen auslöst. In dem Vortrag wenden wir unsere Erfahrungen aus der menschzentrierten Gestaltung und aktuelle Erkenntnisse der Mensch-Roboter-Interaktion auf das autonome Fahren an.
Berücksichtigt die Technik die Bedürfnisse anderer Verkehrsteilnehmer? Wie muss sich ein autonomes Fahrzeug verhalten, damit Menschen sich sicher fühlen? Und wie können Fahrzeug und Mensch souverän miteinander kommunizieren? Auf diese und weitere Fragen wird die Autoindustrie erst Antworten finden müssen, bevor die Fahrzeuge Einzug in unseren Alltag halten.

 

Ist das jetzt an? Herausforderungen der Mode-Awareness bei Komfort- und Assistenzsystemen

Dr. Christian Purucker
Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften (WIVW GmbH)

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Dr. Christian Purucker arbeitet als Projektleiter und Usability-Engineer beim Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften (WIVW GmbH), wo er sich mit der Gestaltung der Mensch-Maschine-Schnittstelle im Fahrzeug und insbesondere Fragestellungen der Bedienbarkeit und Kontrollierbarkeit von Fahrerassistenz- und Automationssystemen beschäftigt. Im Rahmen seiner Tätigkeit hat er umfassende Projekterfahrung mit führenden internationalen Automobilherstellern sammeln können und ist zudem Autor mehrerer nationaler und internationaler Publikationen.

Der Vortrag soll sich hierbei Schwerpunktmäßig mit möglichen „Mode-Awareness“-Problemen bei Komfort- und Assistenzsystemen im Automobil befassen. Während „Mode-Awareness“ ein Begriff ist, der vorwiegend durch die Human-Factors-Forschung im Flugzeug, und dort vor allem durch die Verbreitung von Autopiloten, geprägt wurde, wird dieser auch im Automobil zunehmend häufiger diskutiert. Wie lässt sich diese Forschungstradition auf den automobilen Kontext übertragen? Welche Beispiele findet man hier und welche Problemfelder ergeben sich dabei?

 

Usable Security: Usability als Beitrag zu mehr IT-Sicherheit

Hartmut Schmitt
HK Business Solutions GmbH

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Hartmut Schmitt ist Koordinator Forschungsprojekte beim saarländischen Experten für Soft- und Hardwarelösungen HK Business Solutions GmbH. Er ist seit 2006 in Verbundvorhaben auf den Gebieten Mensch-Computer-Interaktion, Usability/User Experience und Software-Engineering tätig, u. a. als Projektkoordinator in mehreren BMBF-geförderten Verbundvorhaben. Aktuell leitet er das Projekt „USecureD – Usable Security by Design“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der Förderinitiative „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“ des Förderschwerpunkts Mittelstand-Digital gefördert wird. Hartmut Schmitt ist Mitglied der Gesellschaft für Informatik und der German UPA, bei der er den Arbeitskreis „Usable Security & Privacy“ leitet. Er ist Moderator der XING-Gruppe „Usable Security and Privacy“.

Sowohl im privaten wie im geschäftlichen Umfeld erzeugen die Anwender von Software und interaktiven Produkten täglich Unmengen von Daten – teils sehr sensible Daten, die vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden müssen. Die heute gängigen Sicherheitsfunktionen und Schutzmechanismen der Produkte bzw. Daten, z. B. Passwortmanagement, Virenscanner oder Kommunikations- und Datenverschlüsselung, stellen für die Anwender jedoch oft eine Hürde dar – mit der Folge, dass sie falsch bedient, umgangen oder komplett ignoriert werden.
Usability von Sicherheitskomponenten darf kein Nice-to-have sein. Und erst recht sind Usabilitymängel von Schutzmechanismen keine Schönheitsfehler. Denn durch sie entstehen Gefährdungen, die eigentlich nicht sein müssten und die schlimmstenfalls das gesamte Sicherheitskonzept eines Produkts zu Fall bringen. Gute Gebrauchstauglichkeit von Sicherheitsmechanismen – und damit verbunden eine stärkere Verzahnung von Usability Engineering und Security Engineering – ist vielmehr eine Voraussetzung, um den Anwendern einen wirksamen Schutz ihrer Daten und Anwendungen zu gewährleisten.
Im Vortrag wird gezeigt, welche typischen Probleme in der heutigen Praxis auftreten, welches die Ursachen dieser Probleme sind und warum ein interdisziplinärer Ansatz notwendig ist, um diese zu lösen. Zudem werden Methoden und Werkzeuge vorgestellt, die dabei helfen, die Entwicklung von Produkten mit dem Qualitätsmerkmal Usable Security zu systematisieren. Die HK Business Solutions und die Technische Hochschule Köln haben diese Methoden und Werkzeuge im Rahmen des BMWi-geförderten Verbundvorhabens „USecureD – Usable Security by Design“ entwickelt.

Download Vortrag

 

Workshop: UX in der mobilen Welt – Website-/App-Optimierung mittels mobilem Eye-Tracking

Prof. Dr. Tobias Aubele
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

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Prof. Dr. Tobias Aubele ist Professor für E-Commerce an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Er lehrt insbesondere im Bereich Conversion-Optimierung und Usability in den Studiengängen E-Commerce, Informatik und Wirtschaftsinformatik. Seine Promotion im Bereich Konsumpsychologie führte er an der University of Gloucestershire, UK, durch. Zuvor war er mehrere Jahre in einem internationalen Multi-Channel-Unternehmen in diversen Führungspositionen tätig, zuletzt als Bereichsleiter E-Commerce.
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Suchmaschinen und Menschen lieben Websites bzw. Apps, welche die Nutzungsintention befriedigen und gleichzeitig einfach zu bedienen sind. Google unternimmt stetig Versuche, die Unternehmen dazu zu motivieren, ihre Anwendungen mobilfähig zu machen (Stichwort: „Google Mobilegeddon“). Dennoch wird der Nutzer meist außer Acht gelassen: Websites werden zwar bspw. durch responsives Webdesign mobilfähig, dennoch verlangt der Nutzer mehr als nur die veränderte Anpassung des Inhalts. In diesem Workshop erfahren Sie, welche Eigenschaften intuitives mobiles Design auszeichnen und wie dies mit mobilen Eye-Tracking-Analysen optimiert werden kann. Anhand einer Live-Demonstration werden die Analysemöglichkeiten aufgezeigt und konkrete Verbesserungsvorschläge beispielhaft abgeleitet.

 

Demo: Mehr Benutzerfreundlichkeit und Effizienz durch Emotion Tracking

Dr. Christine Hasenpusch
Noldus Information Technology GmbH

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Dr. Christine Hasenpusch arbeitet seit 2014 als Sales Engineer & Trainer bei Noldus Information Technology. Sie diplomierte in Biologie am Max-Plank-Institut für Neurologische Forschung Köln. Ihren Doktortitel erwarb sie in Cognitive Neuroscience an der Universität Köln und dem Donders Institute vor Brain & Cognition Nijmegen Niederlande. Anschließend arbeitete sie als Post doc in der Experiementellen Psychologie mit dem Schwerpunkt Entscheidungsfindung und Neuroökonomie an der Universität Düsseldorf.

Wie empfinden ihre User beim Nutzen ihrer Software oder ihres Produkts? Ist die Nutzung frustrierend, macht fröhlich oder überraschtt? Emotionalen Reaktionen ausgedrückt durch Gesichtsausdrücke können die Benutzerfreundlichkeit und die Effizienz von User Interfaces aufzuzeigen. FaceReader ™ ist ein professionelles Softwaretool, um welches hier Unterstützung verspricht. Mit FaceReader führen können automatische Analysen der grundlegenden Gesichtsausdrücke (glücklich, traurig, ängstlich, angewidert, überrascht, wütend, neutral, und Verachtung) durchgeführt werden. Desweiteren bietet FaceReader auch die Erfassung von Parametern wie Blickrichtung und Kopforientierung an und erfasst persönliche Merkmale wie Geschlecht und Alter. Die Software spart wertvolle Zeit und analysiert und visualisiert Daten sofort, entweder als Desktop-Anwendung oder Online. Bei dieser Demonstration erfahren die Besucher mehr über die Funktionen und Anwendungsbereiche und testen selbst den Mehrwert den ihre Usabilitytests durch die Erfassung von “Emotionen“ erhalten.

Impressionen

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